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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

Die Seiten der Textinitiative Fukushima werden derzeit von der Japanologie der Goethe-Universität betrieben. Gegenwärtiges Anliegen von TIF ist die zeitgeschichtliche Dokumentation. Das Forum dient nun in erster Linie als Archiv für Informationen zu 3/11 sowie allgemein zur Geschichte des Atomaren. Die Suchfunktion ermöglicht Recherchen zu Stichworten, Inhalten und Akteuren.

Aktuelles

Zum Tod von Gudrun Pausewang

Zum Tod von Gudrun Pausewang (1928-2020) bemerkt  Spiegel Kultur: „Zu ihren größten Erfolgen zählen "Die letzten Kinder von Schewenborn" (1983) und der Roman „Die Wolke" (1987) über die Folgen eines fiktiven Atomreaktorunfalls. Das Buch wurde ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum Bestseller und 2006 auf die Kinoleinwand gebracht. In ihrem letzten Werk ("So war es, als ich klein war", 2016) hielt sie ihre Kindheitserinnerungen fest.

Im Ruhestand zog es Pausewang noch einmal zurück an die Universität. 1998 wurde sie schließlich an der Goethe-Universität in Frankfurt mit der Dissertation "Vergessene Jugendschriftsteller der Erich-Kästner-Generation" promoviert. Anschließend forschte sie weiter, 2005 erschien ihre Arbeit "Die Kinder- und Jugendliteratur des Nationalsozialismus als Instrument ideologischer Beeinflussung".

Die Kämpfe um Trinkwasser und Nahrung, die Schere zwischen Arm und Reich, die Atomindustrie und der Klimawandel bereiteten der Schriftstellerin große Sorgen, sagte sie vor fünf Jahren in einem Interview mit dem "Nido"-Magazin. Dabei wisse man bereits seit den Siebzigerjahren von diesen Problemen. "Aber bisher ist sehr wenig geändert worden. Zu wenig! Man überlässt die Probleme einfach der nächsten Generation!"

Links: https://www.spiegel.de/kultur/literatur/gudrun-pausewang-ist-tot-die-wolke-autorin-mit-91-jahren-gestorben-a-3c1ef2d3-5f6b-4d24-9f5a-58c172fa61a0

http://www.buchgestaltung-online.de/Leseproben/Leseprobe_Nukleare_Narrationen_2.pdf (Iris Schäfer zu Gudrun Pausewang)


Fukushima: Das Problem des kontaminierten Wassers

„Fast neun Jahre nach dem Reaktorunglück in Fukushima ist unklar, was mit dem kontaminierten Wasser passieren soll. Der neueste Plan ist, es ins Meer zu kippen. Fischer und Anwohner fürchten Umweltschäden.“ (Welt 2020)

Links: https://www.welt.de/politik/ausland/article205510643/Fukushima-Japan-will-1-2-Millionen-Tonnen-radioaktives-Wasser-ins-Meer-leiten.html

https://www.japantimes.co.jp/news/2020/01/31/national/japan-meti-fukushima-radioactive-water-sea/#.XjWh2CMxnv0

https://www.counterpunch.org/2019/09/16/fukushimas-radioactive-water-crisis/


Zustand des radioaktiv belasteten Abfalls in Tôhoku – Pflanzen wachsen aus den schwarzen Säcken

„The Truth About Radiation in Fukushima - Despite government claims, radiation from the 2011 nuclear disaster is not gone“

„Many rural residents have criticized the actual efficacy of the decontamination projects. For instance, vinyl bags are now starting to break down due to the build-up of gas released by rotten soil. Plants and flowers have also started to grow inside the bags, in the process tearing them apart. With weather factors, residual radioactivity inside the bags will eventually be scattered back into the environment“ (The Diplomat, Maxime Polleri 2019)

Link: https://thediplomat.com/2019/03/the-truth-about-radiation-in-fukushima/


„Fukushima 50“ (2020) - Weltpremiere im Januar 2020

Der Film "Fukushima 50" hat am 26. Januar Weltpremiere und soll ab März 2020 in den japanischen Kinos laufen. Regisseur des Films, der aus der Sicht des Katastrophenbewältigungsteams in den ersten Tagen nach der Dreifachkatastrophe am 11. März 2011 die Lage vor Ort schildert, ist Wakamatsu Setsurô 若松節朗 (*1949).

Aus der Ankündigung: „Fukushima 50 is an upcoming Japanese drama film directed by Setsurō Wakamatsu and written by Yōichi Maekawa. Starring Koichi SatoKen Watanabe, it will be about the titular group of employees tasked with handling the meltdown of the Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant after the 2011 Tōhoku earthquake and tsunami. The film will be based on the non-fiction book by Ryusho Kadota, titled On the Brink: The Inside Story of Fukushima Daiichi, and upon release, it will be the first Japanese film to directly depict the disaster“.

Kurz nach den Ereignissen hatte man in den Medien diejenigen, die kurz nach 3.11 versuchten, das havarierte AKW Fukushima I unter Kontrolle zu bringen als "Die tapferen 50" bezeichnet. Andere Namen waren "Nukleare Samurai", "Japans Himmelfahrtskommando", "50 Todeskandidaten" oder "Die 50 Wegwerfarbeiter". Aus der Sicht von TEPCO und der Regierung waren die Arbeiter, die sich, wie es heißt, freiwillig in die Gefahr begaben, nationale Helden. Die Zahl 50 (an anderer Stelle wird von 180 Freiwilligen gesprochen) ist dabei symbolisch zu sehen und wer zu den Helden zählte, wurde, bis auf den Fall des Ingenieurs und TEPCO Betriebleiters Yoshida Masao (*1955), nie bekannt.

Wikipedia: „After TEPCO management proposed withdrawing all its employees from the plant on 14 March,  additional manpower was deployed from around Japan. Some workers traveled on clear roads by convoy from Tokyo. When they arrived, hundreds of firemen, SDF personnel and employees of TEPCO, convened 20 km (12 mi) from the plant and debated how to best stabilize the plant. On the night of 15 March, these workers joined the original Fukushima 50. Despite the incorrect figure of workers, the Fukushima 50 has remained the pseudonym used by media to refer to the group of workers at Fukushima reflecting the solitary nature of the role“.

https://www.fukushima50.jp/
https://en.wikipedia.org/wiki/Fukushima_50_(film)
https://en.wikipedia.org/wiki/Fukushima_50
https://kad-intheater-cp.jp/f50/
https://www.youtube.com/watch?v=im8AAm9mz2o (ABC News: A Closer Look at the 'Fukushima Heroes' Trying to Save Japan's Reactors; 3.17.11; nameless and faceless symbols of duty and honour)

https://www.youtube.com/watch?v=vnr6CcQhoy0 (Yoshida Masao: „A hero of Japan's Fukushima nuclear crisis has died of cancer aged 58. Masao Yoshida stayed at his post as manager of the plant when three of its reactors went into meltdown following the 2011 earthquake. He is said to have saved countless lives. Tepco the plant's operator denies his illness was connected to his duties.“) 

Für den Hinweis auf den Film sei an dieser Stelle Cheyenne Dreissigacker gedankt.


Ausschreibung Forschungsvorhaben "Bürgerdialog Kernenergie (1974-1983)"

Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit BfE

Bürgerdialog Kernenergie (1974-1983) – Staatliches Handeln in der Auseinandersetzung um die nukleare Entsorgung und seine Bedeutung für das heutige Standortauswahlverfahren

Gemäß § 4 (2) des Gesetzes zur Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle (Standortauswahlgesetz – StandAG) vom 5. Mai 2017 ist das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) Träger der Öffentlichkeitsbeteiligung im Standortauswahlverfahren. Es schafft die Grundlagen und Randbedingungen dafür, wie Bürgerinnen und Bürger in die Standortsuche einbezogen werden können, um eine Lösung zu finden, die in einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragen wird. Hierzu tragen das Wissen um die historische Dimension der Standortsuche und der wissenschaftlich fundierte, generationenübergreifende Diskurs über verbliebene Streitfragen bei.

Ein bisher nur sehr wenig erforschter Faktor in den Auseinandersetzungen um die Kernenergie in der Bundesrepublik Deutschland ist der „Bürgerdialog Kernenergie“, der 1975 vom damaligen Bundesforschungsminister Matthöfer als Reaktion der Bundesregierung auf den wachsenden Widerstand in der Bevölkerung gestartet wurde. Im Rahmen des Forschungsvorhabens sollen seine Entstehung, seine Durchführung und seine Wirkungen dargestellt und analysiert werden. Im Fokus des Vorhabens stehen Fragen der Entsorgung (Wiederaufarbeitung, Zwischenlagerung, Endlagerung). Im Kern sind eine Analyse der Wechselwirkungen zwischen den staatlichen Akteurinnen und Akteuren und der organisierten Zivilgesellschaft, ihrer Motive und gegenseitigen Wahrnehmung sowie die Übertragung auf das heutige Standortauswahlverfahren zu leisten. Ziel ist es, sich die Stärken, Schwächen und Grenzen der damaligen Aktivitäten vor Augen zu führen und hieraus für die Gegenwart zu lernen.

Link: https://www.hsozkult.de/grant/id/stipendien-19743


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