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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

Die Seiten der Textinitiative Fukushima werden derzeit von der Japanologie der Goethe-Universität betrieben. Gegenwärtiges Anliegen von TIF ist die zeitgeschichtliche Dokumentation. Das Forum dient nun in erster Linie als Archiv für Informationen zu 3/11 sowie allgemein zur Geschichte des Atomaren. Die Suchfunktion ermöglicht Recherchen zu Stichworten, Inhalten und Akteuren.

Aktuelles

Tagung in Bern: "Strahlende Denkmäler. Kernkraftwerke zwischen baukulturellem Wert und gefährlicher Altlast" | 23.1.2025 - 24.1.2025

"Am 23. und 24. Januar 2025 findet an der Universität Bern eine Fachtagung zur baukulturellen Bedeutung der Kernkraftwerke statt. Wir laden Forscher:innen aus verschiedenen Fachgebieten mit Bezug zur Baukultur und Architekturgescichte von Kernkraftwerken herzlich ein, sich für einen Beitrag zu bewerben, der sich mit Themen des atomaren Zeitalters, der Architekturgeschichte von Bauten der Nuklearenergie in der Schweiz und Europa, mit der Ikonographie und Wahrnehmung von Kernkraftwerken, ihrer baukulturellen Bedeutung, ihrem Denkmalwert und ihrer Denkmalfähigkeit oder mit Zukunftvisionen in einem post-atomaren Zeitalter beschäftigt." (hsozkult)

"Ab den 1950er Jahren wurden überall auf der Welt Kernkraftwerke (KKW) gebaut. Das neu angebrochene «Atomzeitalter» versprach technischen Fortschritt und eine bessere Zukunft für alle durch die Lieferung sauberer, sicherer und nahezu unbegrenzt verfügbarer Energie. Die damit verbundenen ikonisch gewordenen Bauwerke mit ihren Reaktorkuppeln und Kühltürmen stehen seit jeher für das Spannungsfeld zwischen Bedrohung und Verheissung der neuen Technologie und gerieten später auch zum Symbolbild einer Anti-Atomkraft-Bewegung, die vor deren negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt warnte. Bis heute stehen diese Infrastrukturbauten im Zentrum emotional geführter politischer und gesellschaftlicher Debatten. Im Zusammenhang mit den Diskussionen um die Energiewende und dem Ausstieg aus der Kernenergie oszillieren in Europa derzeit Fragen nach der Zukunft der Kernkraftwerksbauten zwischen Altlasten und Erinnerungsorte. Während in Schweden die in den 1980er Jahren etablierte Gesetzgebung zum schrittweisen Ausstieg jüngst widerrufen und der Bau neuer Kernkraftwerke geplant wird, wurden in Deutschland 2023 die letzten Anlagen abgeschaltet."

"Les personnes intéressées sont priées de soumettre un résumé (une page maximum) et un bref curriculum vitae (en 1 PDF) par e-mail à info@baukulturen-schweiz.ch avant le 8 septembre 2024. Les contributions en allemand, français, italien et anglais sont les bienvenues. Le colloque est organisé par l‘association Cultures du bâti en Suisse et l‘Institut d‘histoire de l‘art (Département d‘histoire de l‘architecture et de conservation des monuments historiques) de l‘Université de Berne, en partenariat avec ICOMOS Suisse. Il aura lieu à l‘Université de Berne. Une visite de la centrale nucléaire de Mühleberg est prévue (nombre de participants limité)."

(baukulturen)

Anmeldung: bis zum 8. September 2024

Beiträge auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch sind willkommen.

Links: https://www.hsozkult.de/event/id/event-145076
https://www.baukulturen-schweiz.ch/kernkraftwerke.html
https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/unbequeme-denkmale-sind-stillgelegte-kernkraftwerke-kulturerbe
https://taz.de/Atomkraftwerke-als-Denkmaeler/!5901660/


Nukleargeschichte und aktuelle Entwicklungen: Diskussion um Uran im Forschungsreaktor Garching

"Das hochangereicherte Uran ist seit Jahren ein Streitpunkt. Für den Bund Naturschutz ist es waffenfähiges Material und der Einsatz im Garchinger Reaktor der TU München (TUM) seit Jahren illegal. Denn nach der ursprünglichen Betriebsgenehmigung von 2003 hätte die Umstellung auf niedriger angereichertes Uran bereits bis Ende 2010 erfolgen müssen. Selbst eine weitere Frist bis 2018 sei inzwischen abgelaufen, und die Umsetzung werde immer noch weiter verzögert, monieren die Naturschützer."

"Dass nun vier Jahre nach Einreichung der Klage ein Verhandlungstermin festgesetzt wurde, erklärt der VGH mit der Ankündigung der TUM, den Reaktor nächstes Jahr wieder hochfahren zu wollen.Wenn die Neutronenquelle läuft, werden dort wissenschaftliche Elemente – etwa im Bereich Quantentechnologie oder Archäologie - durchgeführt. Daneben produzieren Kunden aus der Industrie zum Beispiel Radioisotope und Radiopharmaka für die Krebsdiagnostik und -behandlung." (br, 17. Juni 2024)

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"In direkter Nachbarschaft befindet sich der bereits abgeschaltet FRM-I, der mit seiner Inbetriebnahme 1957 Deutschlands erster Forschungsreaktor war. Wegen seiner 30 Meter hohen, eiförmigen Kuppel wird er auch als „Atomei“ bezeichnet und steht unter Denkmalschutz. Er besaß eine thermische Leistung von 4 Megawatt und diente als Neutronenquelle für die Forschung. Nachdem die Entscheidung gefallen war, statt einer Leistungserhöhung einen Neubau umzusetzen, wurde der FRM-I am 28. Juli 2000 abgeschaltet. Der Atommüll aus dem Betrieb wurde in die USA gebracht. 16 Jahre nach der Antragstellung wurde der Rückbau des FRM-I im Mai 2014 genehmigt. Nach heutigen Informationen soll die Demontage zehn bis 15 Jahre dauern.

„Noch im Januar 1957 beim Richtfest von FRM I gab es kaum Vorbehalte gegen Kerntechnik“, so Prof. Winfried Petry, wissenschaftlicher Direktor des zweiten Forschungsreaktors in Garching. Die Anlage sei damals „im großen Einverständnis mit der Bevölkerung“ gebaut worden.

Die Lage änderte sich drei Wochen nach dessen Betriebsaufnahme: Im britischen Atomkraftwerk Windscale kam es 1957 zu einem Brand. Eine Wolke mit erheblichen Mengen radioaktiven Materials wurde frei und verteilte sich über Großbritannien und über das europäische Festland. Die Bevölkerung wurde kritischer." (ausgestrahlt)

Links: https://www.br.de/nachrichten/bayern/forschungsreaktor-garching-bund-naturschutz-klagt-wegen-uran,UFrpHMj
https://www.ausgestrahlt.de/themen/atomstandorte/frm/
https://www.spektrum.de/news/die-geburtsstunde-der-deutschen-neutronenforschung/1514987
https://www.frm2.tum.de/frm2/ueber-uns/vom-atom-ei-zum-frm-ii/


"The Magic Mirror: Legends, Limnology, and Nuclear Power on Lake Stechlin". Ein Beitrag von Jessica Lee

"On the horizon of the small German village of Neuglobsow, the chimney of the Rheinsberg nuclear power plant rises above the surrounding beech and pine trees. It stretches to the sky, twice the height of the forest beneath it—a solitary concrete monument in a picturesque landscape. Beneath the tower and the trees, there is water: glass-clear and shining blue; cold and immensely deep. Lake Stechlin is a mirror. Named from the old Slavic word for glass, steklo, it reflects the forest, the smokestack, the landscape around it—and other, more global phenomena too." (Jessica Lee)

Links: https://springs-rcc.org/legends-limnology-and-nuclear-power/
https://springs-rcc.org/


Frankfurt Memory Studies Platform | Guest Lecture: Jun Yamana on Representations of the Atomic Bomb (June 11, 2024)

Jun Yamana (Tokyo): Representations of the Atomic Bomb as Part of the Culture of Remembrance: On the Role of Art in Relation to Catastrophe, Using the Example of a Hiroshima Prize Winner

"In Hiroshima – triggered by the dropping of the atomic bomb – a unique culture of remembrance has emerged. Against the backdrop of the growing threat of war in today’s world, this culture of remembrance seems to be attracting more and more attention. One indication of this is the number of Japanese and foreign visitors to the Hiroshima Peace Memorial Museum, which rose to nearly 2 million in the period from April 2023 to March 2024. The culture of remembrance in Hiroshima is characterized by a complex interplay of different elements that affect both communicative and cultural memory. My talk will focus on the role of art in this process. Despite the difficulty of putting the experience of the atomic bombing into words, people have tried to capture it and represent it artistically."

Stichworte: Monumentalität, Form, Zeichen, Index, Remedialisierung, Alfredo Jaar, Atombombendom, Atompilz, Katastrophe, Kunst

Goethe University, Frankfurt

4pm, Room IG 1.414

Link: https://www.memorystudies-frankfurt.com/event/guest-lecture-jun-yamana-on-representations-of-the-atomic-bomb/


Bergung von Brennelementtrümmern per Roboter (3 Gramm)

"Den Robotern steht jedoch noch viel Arbeit bevor. Denn in den insgesamt drei beschädigten Reaktoren in Fukushima werden etwa 880 Tonnen hochradiokativer, geschmolzener Kernbrennstoff vermutet." (Heise Online, 29. Mai 2024)

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