Sie sind hier: Aktuelles

Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

PUBLIKATIONEN JAPANOLOGIE FRANKFURT (2021)

In Vorbereitung der Redaktion ist nun der Band von Christian Chappelow, der sich Wakamatsu Jōtarō (1935-2021), dem "Propheten" der atomaren Havarie von Fukushima, widmet. Seit Mitte der 1990er Jahre macht sich der Lyriker und Essayist, geprägt von den Eindrücken einer Reise nach Tschernobyl, Gedanken über die möglichen Folgen der Kernenergienutzung in seinem Land. Das Eintreten seiner literarischen Vorahnungen brachte dem über achtzigjährigen Wakamatsu nach 2011 eine – von ihm sicher so nicht gewünschte - große Bekanntheit und den späten Erfolg seines Werks. Die Publikation soll im Winter 2021/2022 erscheinen.

Aktuelles

Fred Pearces "Fallout" (2020) - Eine Reportage zum Atomzeitalter

Aus dem Klappentext: "Gekündigte Atomabkommen, drohendes Wettrüsten, marode Kernkraftwerke … der Geist der Radioaktivität schwebt weiter über uns. Aber was genau wissen wir über die Folgen von Verstrahlung und die Gefahren, die von stillgelegten Meilern ausgehen? Wie leben die Menschen in und um die Sperrzonen? Und wohin mit dem ganzen Atommüll? Eine Reportagereise durch das nukleare Zeitalter. Hiroshima, Bikini Atoll, Sellafield, Tschernobyl, Fukushima, Gorleben - Namen, die nicht mehr nur Orte bezeichnen, sondern Katastrophen und immense materielle wie immaterielle Kosten. Sie erinnern an das Zusammentreffen von menschlicher Genialität, Machtmissbrauch und schlimmstem Versagen. Dabei hat ein jeder dieser Orte seine eigene ernüchternde Geschichte zu erzählen. Zusammen ergeben sie die Chronik des nuklearen Zeitalters. In seiner Reportage untersucht Fred Pearce die größten atomaren Desaster der letzten 70 Jahre und bereist die ikonisch gewordenen Orte." (Perlentaucher, August 2020)

Fallout. Das Atomzeitalter - Katastrophen, Lügen und was bleibt
Antje Kunstmann Verlag, München 2020
ISBN 9783956143595
Gebunden, 350 Seiten, 25,00 EUR

 Link: https://www.perlentaucher.de/buch/fred-pearce/fallout.html


Pläne zur Einleitung radioaktiv belasteten Wassers bis 2023

Auf dem Forum FUKUSHIMA.NEWS berichtet der Artikel "UN experts review Fukushima water release plans as farmers’ concerns grows over radioactive crops" vom 16. November 2021 über die Problematik der von der japanischen Regierung bis 2023 geplanten Entsorgung des verseuchten Wassers ins Meer:

"There are currently around a thousand tanks standing 12 meters tall on the site that each contain enough radioactive water to fill up 500 Olympic-sized pools. TEPCO, which has already paid out $105 billion in damages related to the crisis, has said that it will compensate for damages stemming from the release of the water: The plan has been vehemently opposed by farmers, fishermen, area residents and nearby countries such as South Korea and China.

Japan asked the IAEA for assistance to ensure that the plant discharge is meeting international safety standards, and they are also hoping to improve the international community’s response to the plans. The team of experts will be visiting the Fukushima Daiichi plant, and a larger mission from the IAEA is expected to arrive in Japan next month.

Last week, Koichi Hagiuda, Japan’s Economy And Industry Minister, announced that the country will be transparent in reporting the results of the IAEA’s reviews to the international community. Meanwhile, fish samples taken from the Fukushima coast are being tested as part of a routine review by a different IAEA task force on water testing; an expert from South Korea was part of the team."

Link: https://fukushima.news/2021-11-16-experts-review-fukushima-water-release-plans.html

Zu Hagiuda Kōichi  萩生田 光一 siehe auch:
https://www.japantimes.co.jp/news/2021/10/11/national/fukushima-plant-decommissioning/ = "The mayors also warned Tokyo Electric Power Company Holdings Inc. (Tepco), the operator of the plant, against sloppy management of radioactive waste at the power facility. / “The state, instead of Tepco, will lead the decommissioning of (Fukushima No. 1) reactors,” Hagiuda told reporters after the meetings. / Japan is planning to begin discharging treated water into the sea from around the spring of 2023." (Japan Times, 11. Oktober 2021)
https://ja.wikipedia.org/wiki/ 萩生田 光一


"Atompolitik": Kommentar zu einschlägigen Prägungen

"Unter Atompolitik versteht man

  1. die Gesamtheit politischer Bestrebungen, die sich um die friedliche Nutzung der Kernenergie und um die Begrenzung der Verbreitung von Atomwaffen bemühen,
  2. politische Bestrebungen für die Beendigung der Kernenergie-Nutzung (im Artikel "Atomausstieg" beschrieben)
  3. im engeren (und in diesem Artikel beschriebenen) Sinne die Energiepolitik eines Landes oder einer Partei hinsichtlich der Atomenergie (im Sinne von 'friedliche Nutzung der Kernenergie')

Weil sich der Begriff "Atompolitik" 1957 mit dem Thema "atomare Bewaffnung der Bundeswehr" verbunden hatte (siehe unten), wurde er ab dann im oben genannten engeren Sinne kaum noch verwendet.

Dies hatte auch einen zweiten Grund: viele Begriffe mit dem Präfix "Atom-" wurden zu politischen Schlagwörtern von Atomgegnern (siehe AtomkraftwerkAtomenergie usw.); Befürworter der Kernenergie sprachen fortan durchgängig von "Kern-": Kernenergie, Kernkraft, Kernkraftwerk usw. (siehe auch Begriffsgeschichte). Wer "Atomkraft" statt "Kernenergie" sagte, gab sich damit (vorausgesetzt er tat es bewusst und der Rezipient kannte diese Konnotation) als Kernenergieskeptiker oder -gegner zu erkennen." (Wikipedia / Zugriff November 2021)

LINK: https://de.wikipedia.org/wiki/Atompolitik


Rezension zur Lyrik Martin Bieris und ihrer Evokation des Endlagers

„Es ist ein Labyrinth ohne Faden, in das der radioaktive Müll hinabgelassen wird, endgültig versiegelt, unwiederbringlich für mindestens hunderttausend Jahre, und das trotz aller Warnungen vor Erdbeben und entgegen des seit den 1970er Jahren von AtomgegnerInnen immer wieder kritisch angemahnten Hüterkonzepts für Atomlager. Der Autor ist da ganz bei den SkeptikerInnen, denn, so Bieri, es gibt keine verlässlichen ‚Meldungen in die Zukunft‘ (19), keine ‚Piktogramme‘ und ‚Hieroglyphen‘, die kommende Generationen vor den radioaktiven Grabkammern der Menschheit warnen könnten. Kein Weg führt mehr heraus aus der Hölle des Anthropozäns. Für die gedächtnislosen ArchäologInnen der Zukunft ist das ‚strahlende Material‘ (18) ein ‚unentdecktes Vorkommen, verschüttete Intarsien‘.“ (Literaturkritik.de, Sabine Haupt, November 2021)

Link: https://literaturkritik.de/bieri-unentdecktes-vorkommen,28390.html


Nuclear Waste Management - timely publications oder die Renaissance des Atomaren im Zeichen des Klimaschutzes

Zwei Bände von Achim Brunnengräber et al. (eds.) Challenges of Nuclear Waste Governance. Wiesbaden: Springer VS (2018)  sowie Lutz Mez, Okamura Lila, Helmut Weidner (Hg.): The Ecological Modernization Capacity of Japan and Germany. Energiepolitik und Klimaschutz. Energy Policy and Climate Protection. Springer VS, Wiesbaden (2018) befassen sich mit dem derzeit wieder sehr aktuellen Thema der Atommüllentsorgung.

Hier finden sich auch aufschlussreiche Literaturhinweise u.a. auf ein METI Symposium aus dem Jahr 2015:

METI Symposium “Geological Disposal” in Tokyo on 23 May 2015. Material.Google Scholar

NUMO (2016). “Geological Disposal Through Global Collaboration” http://www.numo.or.jp/en/publications/pdf/NUMO_En_Nov_2016.pdf/; accessed February 11, 2019

Link: https://link.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-658-27405-4_6


Besucher gesamt: 280.155