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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

PUBLIKATIONEN JAPANOLOGIE FRANKFURT (2021) IN VORBEREITUNG

Die Studie "Japanische Literatur nach Fukushima. Sieben Exkursionen" ist nun in der Druckvorbereitung! Auf den über 460 Seiten des Bandes werden zahlreiche Autoren und Autorinnen der zeitgenössischen japanischen Literatur mit ihren Texten zu Themen wie Natur und das Nukleare, Atomhavarie und „belastete Atmosphären“, Leben im „toxischen Kontinuum“ sowie „Im Post-Anthropozän: Die Erde ohne uns“ u.a. vorgestellt. Unter ihnen sind bekannte Namen – Tsushima Yûko, Kawakami Hiromi, Tawada Yôko, Kirino Natsuo und Murata Sayaka – aber auch bislang meist nur in Japan gelesene Vertreter der Literaturszene wie Yoshimura Manʼichi, Isaka Kôtarô, Itô Seikô, Kobayashi Erika und Onda Riku. Auch Schriftsteller aus der von der Dreifachkatastrophe am stärksten betroffenen Region, z.B. Genʼyû Sôkyû und Kimura Yûsuke, kommen zu Wort, ebenso wie eine ältere Autorengeneration, die mit ihren literarischen Kommentaren die Machtverhältnisse im „Atom-Staat“ kritisiert und an die Grundlagen eines Demokratieverständnisses erinnert, wie es für die Nachkriegszeit prägend war. Leitfrage der Textexegesen ist, inwieweit und auf welche Art die literarische Repräsentation von „3.11“ eine – in Abgrenzung zum offiziellen Narrativ der Katastrophe durch Regierung und Medien – alternative oder subversive Deutung der Geschehnisse bietet.

Aktuelles

Neuerscheinung Melanie Arndt: Tschernobylkinder (2020)

"Melanie Arndt, die Umwelt- und Wirtschaftsgeschichte in Freiburg lehrt, wagt mit ihrer Studie über die „Tschernobylkinder“ eine neue Sicht, indem sie einen akteurszentrierten Ansatz wählt. Im Mittelpunkt steht die bislang kaum erforschte grenz- und systemübergreifende humanitäre Bewegung rund um die Erholung und medizinische Versorgung der „Tschernobylkinder“ als schwächsten Leidtragenden in den Fallout-Gebieten. Diese Bewegung erfasste in ihren Hochzeiten Millionen Menschen verschiedener Generationen in der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten, den USA, Deutschland, Italien, Spanien, Polen, Kuba und anderen Ländern. Arndts Untersuchung basiert größtenteils auf Fallstudienmaterial aus Belarus und den USA und umfasst den Zeitraum vom Evakuierungsgeschehen nach dem Reaktorunfall 1986 bis ins Jahr 2008, als der autoritär regierende belarusische Präsident Lukaschenka die internationalen Erholungsprogramme einstellen ließ."

Aus der Rezension von Anna Veronika Wendland, Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, Marburg

Angaben zur Publikation: Arndt, Melanie, Tschernobylkinder. Die transnationale Geschichte einer nuklearen Katastrophe. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2020, ISBN 978-3-525-35208-3; 499 S.; € 65,00

Link: URL zur Zitation dieses Beitrages
https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-2953


Erdbeben und AKW Krško in Slowenien

Am Dienstag, den 29. Dezember 2020 ereignete sich ein Erdbeben mit Epizentrum im kroatischen Sisak, das auch in Passau und Kärnten deutlich spürbar war. Landeshauptmann Peter Kaiser und Umweltreferentin Sara Schaar äußern ihre Bedenken an dem Betrieb des einer seismologischen Bruchlinie liegenden slowenisch-kroatischen Atommeilers Krško und plädieren weiterhin für eine Stilllegung des Kernkraftwerkes. (5min.at)

„Das Kernkraftwerk Krško  (slowenisch Jedrska elektrarna Krško (JEK), auch Nuklearna elektrarna Krško (NEK), kroatisch Nuklearna elektrana Krško) wurde in den 1970er Jahren im damaligen Jugoslawien erbaut und gehört jeweils zur Hälfte Kroatien und Slowenien. Offiziell wird das AKW vom Unternehmen GEN energija d. o. o. in Krško betrieben. Das Kraftwerk hat eine elektrische Nettoleistung von 696 MV“ (Wikipedia).

Laut einer Untersuchung von Greenpeace Slowenien würde das AKW Krško (Druckwasserreaktor der US-amerikanischen Firma Westinghouse, 1970; Luftlinie 40 km westlich von Zagreb und 260 km südlich von Wien) einem starken Erdbeben (in Slowenien durchschnittlich ca. alle 200 Jahre) nicht standhalten. Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima (2011) sprach sich Greenpeace in einem offenen Brief an den slowenischen Ministerpräsidenten Borut Pahor gegen einen zweiten Reaktorblock aus.

Links: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Kr%C5%A1ko
https://www.5min.at/202012340854/nach-erdbeben-kernkraftwerk-in-krsko-muss-stillgelegt-werden/


Photographien Hiroshima Nagasaki | Galerie Daniel Blau | 28. Januar-9. März 2021

"X-Ray Japan 1945" :  Ausstellung und Katalog 

Daniel Blau hat anläßlich des 75. Gedenkens an die finale Bombardierung Hiroshimas und Nagasakis im August 1945 eine auch in Katalogform zu beziehende Kollektion einschlägiger dokumentarischer Photographien zusammengestellt. Es sind 33 Photographien amerikanischen bzw. japanischen Ursprungs u.a. von Hiromichi Matsuda, Torahiko Ogawa, Yoshito Matsushige und Yôsuke Yamahata.

Links: https://danielblau.com/x-ray-japan-1945
https://danielblau.com/japan-photographers


Fukushima musealisiert

A Disaster Frozen in Time: Ruins of the Great East Japan Earthquake Kesennuma City Memorial Museum“

„Museum director Satō Katsumi explains that the facility is for people to see the damage wrought by the disaster. ‚We would like visitors to learn through seeing for themselves exactly what happened on March 11, 2011, and to understand the importance of disaster preparedness.‘“

Link: https://www.nippon.com/en/guide-to-japan/gu900164/?cx_recs_click=true (Nippon.Com, 11. Dezember 2020)


Neuerscheinung zu einer politischen Geschichte des Nuklearen: „Atomgeschäfte“

Dennis Romberg: Atomgeschäfte. Die Nuklearexportpolitik der Bundesrepublik Deutschland 1970–1979

Zum Inhalt: „Die westdeutsche Atomindustrie der 1970er Jahre hatte ein Absatzproblem: Nachdem sie in den 1950er und 1960er Jahren stark subventioniert wurde, sollte sie nun die langersehnten Exporterfolge erzielen. Die sozialliberale Koalition förderte aktiv den Export von Atomkraftwerken, Uran-Anreicherungsanlagen und Wiederaufbereitungstechnologie an diktatorische Regimes in Lateinamerika, Südafrika und den Iran. Unter dem Schlagwort "Einbindung durch Kooperation" setzte sie sich gegen schärfere internationale Kontrollen und Absprachen ein. Laxe Sicherheitsbestimmungen beim Export waren ein Standortvorteil für die Atomkraftwerke made in Germany. Dennis Romberg analysiert die Nuklearexportpolitik der Bundesrepublik in den 1970er Jahren systematisch und umfassend. Er betrachtet die Nuklearexporte der Bundesrepublik im Zusammenspiel mit der außenpolitischen Emanzipation der Bundesregierung, den Konflikten mit den USA, der innenpolitischen Kritik der aufkommenden Anti-AKW-Bewegung und dem internationalen Kontrollregime zur Nichtverbreitung von Atomwaffen. Dabei wird deutlich, wie die sozialliberale Koalition entgegen ihren eigenen Behauptungen das Nichtverbreitungsregime untergrub.“

Link: https://www.perlentaucher.de/buch/dennis-romberg/atomgeschaefte.html (November 2020)


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