Sie sind hier: Aktuelles

Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

Zur Zeit sind Publikationen zum Thema Japan nach „Fukushima“ in Vorbereitung. Aktuell wird der Band „ ‚Sayônara Atomkraft‘ – Proteste in Japan nach ‚Fukushima‘. Reportagen, Interviews, Übersetzungen 2012 bis 2017“ von Andreas Singler ediert. Die Recherche zur japanischen Protestkultur wird voraussichtlich schon im November 2017 erscheinen können. Bedingt durch die Publikationstätigkeiten werden die Entwicklungen in Japan in größeren Abständen kommentiert. Nach wie vor sollen jedoch Hinweise auf japanische / westliche Publikationen und Veranstaltungen zum Thema „Japan nach Fukushima“ bekannt gegeben werden.


Aktuelles

Links zur japanischen Literatur nach Fukushima

Hier der Hinweis auf neue Kommentare zur japanischen Literatur nach Fukushima.

Bei dem erstgenannten Link handelt es sich um die englische Übersetzung des Beitrags „Ein Jahr nach Fukushima: Reaktionen der japanischen Literaturszene auf die Dreifachkatastrophe“ von Lisette Gebhardt (Japanologie Frankfurt, Februar 2012) 

https://www.academia.edu/33979107/_2017_A_year_after_Fukushima_Reactions_of 
("A year after Fukushima: Reactions of Japanese writers to the triple catastrophe") 

https://www.academia.edu/33604625/_2017_Post-Fukushima-Literatur_und_Kirino_Natsuos_Roman_Baraka_ 
("Post-Fukushima-Literatur und Kirino Natsuos Roman 'Baraka'")

https://www.academia.edu/33604559/_2017_Various_Shades_of_Fury_Criticism_of_System 
("Various Shades of Fury: Criticism of 'System' and Society in Japanese Post-Fukushima-Literature")


Chinesische Kugelhaufenreaktor "für die Welt"

„Projekte für Kernkraftwerke der nächsten Generation kommen im Westen nicht recht weiter, aber China macht Ernst: Ende 2017 soll dort der erste kommerzielle Hochtemperatur-Kugelhaufenreaktor in Betrieb gehen.“

„Der chinesische Reaktor basiert auf einem ursprünglich in Deutschland entwickelten Design; die deutsche SGL Group liefert auch die Graphitkugeln, die wiederum tausende von winzigen "Kugeln" mit Uranbrennstoff umhüllen. Bislang wurden sieben gasgekühlte Hochtemperaturreaktoren  gebaut, doch nur zwei davon sind noch in Betrieb, und die sind relativ klein: ein experimenteller 10-Megawatt-Kugelhaufenreaktor auf dem Gelände des Tsinghua-Instituts, der 2003 seine volle Leistung erreichte, und ein ähnlicher in Japan.“

„Offensichtlich wird China zum Testfeld für innovative Nukleartechnologien, die in den USA und Europa nicht weiterkommen.“  (Richard Martin)

Als grundsätzliche Sicherheitsprobleme von Kugelhaufenreaktoren nennt Moormann u.a.:

  • Die nicht mögliche Online-Kerninstrumentierung (black box-Charakter der Reaktorkerns)
  • Die unzureichende Rückhaltung von radioaktivem Cäsium und Silber durch die dünne Siliciumcarbidschicht der Brennstoffpartikel
  • Die unzureichende Effizienz der Gasreinigungsmaßnahmen, die zu hohen Kontaminationen der Kühlkreislaufoberflächen führt
  • Die starke Bildung von radioaktivem Staub
  • Die hohe Reaktionsfähigkeit des Graphits gegenüber Luft und Wasserdampf
  • Potentielle Überkritikalität bei Wassereinbruchstörfällen
  • Das nicht hinreichend verstandene Kugelfließverhalten im Betrieb, das zu Unsicherheiten bei der Spaltstoffverteilung führt
  • Das aus Kostengründen fehlende druckhaltende Containment
  • Die unvorteilhaft großen Volumina an radioaktivem Abfall

Moormann hält die Charakterisierung des Kugelhaufenreaktors als katastrophenfrei und inhärent sicher für wissenschaftlich unredlich, unter anderem, da die oben dargestellten Risiken durch Wasser- und Lufteinbrüche dabei außer Acht gelassen werden. (Wikipedia)

Kugelhaufenreaktor: Gasgekühlter Hochtemperaturreaktor, dessen Spaltzone aus einer Kugelschüttung von Brennstoff- und Moderator-(Graphit-)Kugeln besteht. Die stillgelegten Kernkraftwerke AVR in Jülich und THTR-300 in Uentrop hatten einen Kugelhaufenreaktor. Der THTR-300 enthielt etwa 600.000 Brennstoff- und Moderatorkugeln. Die Brennstoffkugeln bestehen aus einem Kern aus U-235 und Thorium, der von einer Graphitkugel mit 6 cm Durchmesser umgeben ist.  (INFORUM Verlags- und Verwaltungsgesellschaft mbH)

Links: https://www.heise.de/tr/artikel/China-geht-bei-Atomkraft-voran-3100030.html
https://en.wikipedia.org/wiki/China_National_Nuclear_Corporation
https://de.wikipedia.org/wiki/Hochtemperaturreaktor
http://www.kernfragen.de/node/4


Prozess gegen TEPCO-Manager

„Mehr als sechs Jahre nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima stehen erstmals frühere Top-Manager des Atombetreibers Tepco vor einem Strafgericht. Sie werden beschuldigt, die Gefahr eines gewaltigen Tsunamis missachtet zu haben und damit Schuld an dem Super-GAU vom März 2011 zu sein. 2011 hatte ein Tsunami zur Kernschmelze in drei Reaktoren im japanischen Fukushima geführt. Die Anklage wirft den drei Hauptverantwortlichen vor, ungeachtet auch interner Warnungen die Reaktoren nicht ausreichend vor einem Tsunami geschützt zu haben, zum Beispiel durch die Errichtung von hohen Mauern. Mit einem Urteil wird nicht vor nächstem Jahr gerechnet.“

Uwe Schwering, ARD Tokio, 30.6. 2017

Links: https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-303877.html

https://www.tagesschau.de/ausland/fukushima-klage-101.html


Naoto Kan äußert sich zum G20-Gipfel

Im Zusammenhang mit der von den Organisatoren der Gruppe Lesen ohne Atomstrom ermöglichten Verstaltung 'Empört Euch, Engagiert Euch' am 5. Juli 2017 in Hamburg hat der ehemalige Premierminister Naoto Kan folgenden Redebeitrag zusammengestellt. Die gesamte Veranstaltung ist leider schon ausverkauft, kann aber über Live-Stream in HD-Qualität mitverfolgt werden.

Den kurzen Redebeitrag finden Sie hier.


3sat Dokumentation "Die Atommüll-Lüge" zur Endlagerproblematik in der BRD

Eine interessante Dokumentation zu offenen Fragen an die Endlagerproblematik in Deutschland bietet aktuell 3sat. Der am 8. Juni erstmalig ausgestrahlte Beitrag mit dem programmatischen Titel "Die Atommüll-Lüge" von Thomas Hies und Trieneke Klein zeichnet ein düsteres Bild der ausklingenden Atomenergie in der BRD. Die Suche nach einem unterirdischen Endlager für strahlenden Müll, das sowohl gegen Natureinflüsse langfristig immun sein wird wie auch den Rückhalt der Bevölkerung hat, wird als ein Damoklesschwert verantwortungsvoller Politik gezeichnet. Auch aus wissenschaftlicher Sicht gäbe es Bedenken zur Verantwortbarkeit solch eines Projekts. Vielmehr müsse man den Optimismus der "Ewigkeitsgarantie" als die Wahl des kleinstmöglichen Übels im Umgang mit der Atomenergie relativieren.

Die gut 40minütige Dokumentation ist online frei verfügbar auf der 3sat-Mediathek unter:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=67129


Besucher gesamt: 154.909