Sie sind hier: Aktuelles

Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

PUBLIKATIONEN JAPANOLOGIE FRANKFURT (2021) IN VORBEREITUNG

Die Studie "Japanische Literatur nach Fukushima. Sieben Exkursionen" ist nun in der Druckvorbereitung! Auf den über 460 Seiten des Bandes werden zahlreiche Autoren und Autorinnen der zeitgenössischen japanischen Literatur mit ihren Texten zu Themen wie Natur und das Nukleare, Atomhavarie und „belastete Atmosphären“, Leben im „toxischen Kontinuum“ sowie „Im Post-Anthropozän: Die Erde ohne uns“ u.a. vorgestellt. Unter ihnen sind bekannte Namen – Tsushima Yûko, Kawakami Hiromi, Tawada Yôko, Kirino Natsuo und Murata Sayaka – aber auch bislang meist nur in Japan gelesene Vertreter der Literaturszene wie Yoshimura Manʼichi, Isaka Kôtarô, Itô Seikô, Kobayashi Erika und Onda Riku. Auch Schriftsteller aus der von der Dreifachkatastrophe am stärksten betroffenen Region, z.B. Genʼyû Sôkyû und Kimura Yûsuke, kommen zu Wort, ebenso wie eine ältere Autorengeneration, die mit ihren literarischen Kommentaren die Machtverhältnisse im „Atom-Staat“ kritisiert und an die Grundlagen eines Demokratieverständnisses erinnert, wie es für die Nachkriegszeit prägend war. Leitfrage der Textexegesen ist, inwieweit und auf welche Art die literarische Repräsentation von „3.11“ eine – in Abgrenzung zum offiziellen Narrativ der Katastrophe durch Regierung und Medien – alternative oder subversive Deutung der Geschehnisse bietet.

Aktuelles

"The Correlation of Godzilla and the Atom" - Vortrag an der Japanologie Leipzig

https://japanologie.gko.uni-leipzig.de/event/lecture-series-2021-japans-split-society/

ゴジラとアトムの補完 ~1950年代の日本のマス・メディアにおける原爆と原発の関係~

山本昭宏 准教授     神戸市外国語大学総合文化
2021年5月14(金)      
日本時間:18時~19:30時              ドイツ時間:11時~12:30時

                The Correlation of Godzilla and the Atom –
                The Relationship between the Atomic Bomb and Nuclear Power in the Japanese Mass Media of the 1950s

Associate Prof. Akihiro Yamamoto          Kobe City University of Foreign Studies General Culture
May 14, 2021 (Friday)   
Japan time: 18:00 – 19:30            German time: 11:00 – 12:30


Neue Meldungen vom havarierten AKW Tschernobyl

"Im Inneren des alten Sarkophags um den havarierten Reaktorblock 4 in Tschernobyl verfolgen Sensoren das Geschehen genau. Ihr besonderes Augenmerk gilt jenen Räumen, in die während des Unfalls im Jahr 1986 das lavaartige Gemisch aus geschmolzenem Kernbrennstoff, Steuerstäben und Trümmern geflossen ist. Einer dieser Räume: 305/2. In ihn ist damals besonders viel dieses Coriums geflossen. Und dort messen Sensoren seit vier Jahren ein Signal, das Experten Sorgen bereitet, erklärt der Neil Hyatt von der University of Sheffield." (Deutschlandfunk, 10. Mai 2021)

Link: https://www.deutschlandfunk.de/reaktorruine-in-tschernobyl-hinweise-auf-erneute.676.de.html?dram:article_id=497013l:


Wakamasu Jôtarô verstorben

Über den Japanologen u. Journalisten Andeas Singler erreichte uns die Nachricht, dass der aus Fukushima stammende Lyriker, Essayist und Anti-Atom-Aktivist Wakamatsu Jôtarô 若松丈太郎 am 21. April im Alter von 85 Jahren verstorben ist. Dies berichten mehrere japanische Online-Portale und Zeitschriften:

https://www.minpo.jp/globalnews/moredetail/2021042301001958

Wakamatsu wurde in der Kleinstadt Ôshû, Präfektur Iwate, im Nordosten Japans geboren. Nach seinem Studium an der Universität Fukushima und seiner Hochzeit zog er mit 28 Jahren nach Hara-machi (Stadt Minamisôma, Präfektur Fukushima). Er war Lehrer für japanische Sprache an High-Schools der Präfektur Fukushima und schrieb seit den 1960er Jahren Gedichte. Seit Inbetriebnahme der ersten Atomkraftwerke in Fukushima in den 1970er Jahren machte er auf die Risiken der Atomenergie durch Veröffentlichung von Zeitungsartikeln und Engagement in Bürgerinitiativen aufmerksam.

Im Mai 1994 reiste Wakamatsu als Mitglied eines lokalen Anti-AKW-Bündnisses in die Sperrzone des acht Jahre zuvor havarierten Tschernobyl-Kraftwerks. Nach dem 11. März 2011 und der Havarie des AKW Fukushima Daiichi floh Wakamatsu mit seiner Frau kurzzeitig aus seinem 25 km vom Zentrum der Sperrzone entfernten Wohnort, kehrte nach einigen Wochen jedoch wieder zurück. 
Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Wakamatsu_J%C5%8Dtar%C5%8D

Im Nachtrag: Auf seiner Webseite gibt es nun einen Beitrag von Andreas Singler zum Tode Wakamatsus - inklusive eines Interviews (2018): "Wie wenige andere verkörperte er die Ästhetik des Widerstandes: Jahrzehntelang hat Wakamatsu Jôtarô 若松丈太郎 (1935 - 21.04.2021) in Gedichten, Essays und Artikeln vor den Gefahren der Atomkraft gewarnt. Nach der Tschernobyl-Katastrophe sagte er ein ähnliches Ereignis für seine Heimat Fukushima immer wieder voraus. In einem Gespräch mit Andreas Singler aus dem Jahr 2018 gibt Wakamatsu Auskunft über seine Wurzeln im Japan des 2. Weltkriegs und seinen unbändigen Hang zum freien Denken"

Link:
https://www.andreas-singler.de/2021/05/11/die-%C3%A4sthetik-des-widerstandes-zum-tod-des-dichters-und-atomkraftgegners-wakamatsu-j%C3%B4tar%C3%B4/


Zoom Webinar am Berkeley Institute of East Asian Studies – Seki Reiko

„In this presentation, I name the irreversible and absolute damage caused by the nuclear power plant accident as “the deprivation of hometown (the stolen hometown)." Using the results of my own field research, I describe the actual damages in detail.“

Center for Japanese Studies | April 28 | 5-6 p.m. | Online - Zoom Webinar

Registration info: https://berkeley.zoom.us/webinar/register/WN_eIC4Q0ZTQ9mBoKWyGEmzOQ

Link: https://events.berkeley.edu/index.php/calendar/sn/ieas.html?event_ID=138365&date=2021-04-28&filter=Secondary%20Event%20Type&filtersel=830


Vortrag Goethe-Universität: Feldforschung 'Fukushima'

Der Japanologe & Journalist Andreas Singler spricht am 15. April 18 Uhr zum Thema "Feldforschung 'Fukushima': Die Dreifachkatastrophe 2011 und die Anti-Atomkraft-Bewegung in Japan”

Der Vortrag an der Japanologie Frankfurt ist für alle Interessierten frei zugänglich.
Zoom Meeting-ID: 915 3853 2060


Besucher gesamt: 270.368