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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

PUBLIKATIONEN JAPANOLOGIE FRANKFURT (2021) IN VORBEREITUNG

Die Studie "Japanische Literatur nach Fukushima. Sieben Exkursionen" ist nun in der Druckvorbereitung! Auf den über 460 Seiten des Bandes werden zahlreiche Autoren und Autorinnen der zeitgenössischen japanischen Literatur mit ihren Texten zu Themen wie Natur und das Nukleare, Atomhavarie und „belastete Atmosphären“, Leben im „toxischen Kontinuum“ sowie „Im Post-Anthropozän: Die Erde ohne uns“ u.a. vorgestellt. Unter ihnen sind bekannte Namen – Tsushima Yûko, Kawakami Hiromi, Tawada Yôko, Kirino Natsuo und Murata Sayaka – aber auch bislang meist nur in Japan gelesene Vertreter der Literaturszene wie Yoshimura Manʼichi, Isaka Kôtarô, Itô Seikô, Kobayashi Erika und Onda Riku. Auch Schriftsteller aus der von der Dreifachkatastrophe am stärksten betroffenen Region, z.B. Genʼyû Sôkyû und Kimura Yûsuke, kommen zu Wort, ebenso wie eine ältere Autorengeneration, die mit ihren literarischen Kommentaren die Machtverhältnisse im „Atom-Staat“ kritisiert und an die Grundlagen eines Demokratieverständnisses erinnert, wie es für die Nachkriegszeit prägend war. Leitfrage der Textexegesen ist, inwieweit und auf welche Art die literarische Repräsentation von „3.11“ eine – in Abgrenzung zum offiziellen Narrativ der Katastrophe durch Regierung und Medien – alternative oder subversive Deutung der Geschehnisse bietet.

Aktuelles

Zwei Beiträge zu Fukushima auf BR 2 - März 2021

Donnerstag, 11. März 2021, 18.05 Uhr, Bayern 2:
"IQ – Wissenschaft und Forschung": Fukushima – Kernkraft nach dem Super-GAU
Von David Globig
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Noch immer sind weltweit noch fast 450 Kernkraftwerke in Betrieb, mehrere Dutzend werden gerade neu gebaut. Teilweise setzen die Länder auf veränderte Konzepte. So betreibt etwa Russland seit Ende des Jahres 2019 ein schwimmendes Kernkraftwerk mit zwei Mini-Reaktoren. Auch im Westen arbeiten Unternehmen an kleinen, modularen Systemen, die eines Tages in Serie produziert werden sollen. Und Forschende entwickeln große Reaktoren der nächsten, der so genannten IV. Generation. Hat die Kernkraft also auch nach der Katastrophe von Fukushima eine Zukunft?

Sonntag, 14. März 2021, 15.05 Uhr, Bayern 2:
Hörspiel: Nomadomura, Awajishima, 800 km südlich − Aufzeichnungen nach einer Katastrophe
Von Ayako Mogi/Werner Penzel. Komposition: Misa Shimomura. Realisation: Bernhard Jugel
BR 2011. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

Unter dem Eindruck der dreifachen Katastrophe Erdbeben, Tsunami und Kernschmelze in Fukushima öffneten die in Japan lebenden Filmemacher Ayako Mogi und Werner Penzel ein altes Schulhaus auf der Insel Awajishima, 800 km südlich des Katastrophengebiets, für Flüchtlinge. Dort hatten sie seit 2009 ein Kulturprojekt namens "Nomadomura", zu Deutsch "Nomadendorf" betrieben. Jeden Tag trafen vor allem Frauen mit ihren Kindern aus dem Norden Japans ein. Die Bewohner der Schule wurden von der Redaktion Hörspiel und Medienkunst des BR gebeten, ihre Erlebnisse zu schildern: in Notizen, Tagebuchaufzeichnungen, Erfahrungsberichten. Die unterschiedlichen Wahrnehmungen in dieser kollektiven Erzählung konterkarieren auf eindrucksvolle Weise die mediale Berichterstattung, in der die Japaner die Katastrophe vermeintlich gelassen und pragmatisch angenommen hatten.


Fukushima: "Verlorene Glücksinsel"

"Während dieser Zeit wurde aus der optimistischen Frohnatur ein nachdenklicher politischer Mensch: "'Mit mir ging eine große Veränderung vor." Auf Drängen seines Sohns begann er, das erste von vier Büchern der Reihe "Fukushima - Im Schatten" zu schreiben. Dabei wuchs seine Einsicht, nicht nur ein Opfer zu sein. "Nach langer Reflexion fühle ich mich heute mitverantwortlich, vor allem als gedankenloser Stromkonsument", sagt Oberbäumer. Fukushima sei kein isoliertes Ereignis, sondern ein Menetekel. "In den Explosionen sehe ich die Essenz unseres hochtechnisierten Lebens: Wir treiben Sachen auf die Spitze, sind einfach zu gierig und wollen die versteckten Kosten nicht sehen.'"

(Interview mit Jürgen Oberbäumer / Martin Fritz aus Iwaki, 8. März 2021)

Link: https://www.dw.com/de/fukushima-verlorene-gluecksinsel/a-56750813 (DW - Made for minds)


Sendungen zum Thema "Fukushima" am 11. März 2021

ORF | https://oe1.orf.at/programm/20210311#630950/Im-Gespraech

DLF/Sendung | "Aus Kultur- und Sozialwissenschaften" (u.a.  zu Fukushima/Tokyo Olympics)

Zum Nachsehen: YouTube | IPPNW-Symposium 27. Februar 2021 "10 years living with Fukushima" =  https://www.youtube.com/watch?v=MYunibyfxuQ&list=PL8qIprmSk4aovpgpyM53SgLQt68oT6Ejf


"Das Unsichtbare sichtbar machen" – Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung am 9. März 2021

Unter dem Titel „Das Unsichtbare sichtbar machen.  35 Jahre Tschernobyl, 10 Jahre Fukushima: Noch lange nicht Geschichte“ veranstaltet die Heinrich Böll Stiftung am 9. März 2021 von 18 Uhr bis 21.30 Uhr eine Online Diskussion. Die Veranstaltung beinhaltet PodiumsbeiträgeKleingruppen-Diskussionen und Performance-Kunst u.a. zu den Themen Tschernobyl, Fukushima und die Folgen sowie Olympia Tokyo 2021.

Link: https://calendar.boell.de/de/event/das-unsichtbare-sichtbar-machen


2021: Rückblick auf die Havarie des AKW Fukushima: Film und Dokumentation

Trailer zur deutschen Version der „Fukushima 50“ von Regisseur Wakamatsu Setsurô, die unter dem Titel „Fukushima“ Mitte Februar digital „releast“ wird: https://www.youtube.com/watch?v=TLNt0IvCM4o

Kommentar: „Arbeiter der Fukushima Daiichi-Anlage in Japan riskieren ihr Leben und verbleiben im Kernkraftwerk, um eine totale Zerstörung zu verhindern, nachdem die Region 2011 von Naturkatastrophen heimgesucht wurde. Fast eine Stunde nach dem Beben kam es in Fukushima Daiichi zu einem Stromausfall, so dass die strombetriebenen Kühlsysteme ausfielen. Obwohl die Arbeiter zunächst versuchten, die Anlage mit Autobatterien zu betreiben, riskierten sie schließlich ihr Leben, um näher an die Reaktoren heranzukommen, und arbeiteten praktisch manuell, um eine Überhitzung der Anlage zu verhindern (…). "Fukushima 50" ist ein Spielfilm, der auf dem Sachbuch "On the Brink: The Inside Story of Fukushima Daiichi" des japanischen Journalisten Ryūshō Kadota beruht. Er zeigt, wie schwierig atomare Anlagen im Notfall zu kontrollieren sind und dass Japan nur aus Zufall und bis heute ungeklärten Gründen einer Verstrahlung von 1/3 des Landes entkam.“
Quelle: https://filmsfortheearth.org/de/filme/fukushima-50

映画『Fukushima 50』(フクシマフィフティ)特別番組 (Kadokawa/Drama 2020)
映画  福  島原発メルトダウン 危機の88時間 真実!!
映画『Fukushima 50』(フクシマフィフティ) 本編冒頭ノーカット7分映像

Links: https://www.youtube.com/watch?v=H-R9HIY-n18
https://www.youtube.com/watch?v=7VdCuHVrr74
https://www.youtube.com/watch?v=IWdMwkVa8Dk
Artikel Élise Domenach: http://www.gis-reseau-asie.org/fr/un-paradigme-fukushima-au-cinema
Unireport Goethe Universität | Nr. 1. | 11. Februar 2021 | International: „Zehn Jahre mit ‚Fukushima‘. Die Japanologin Lisette Gebhardt über den Umgang mit der ‚Dreifachkatastrophe‘“, S.16: https://www.unireport.info/97712642.pdf


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