Sie sind hier: Aktuelles

Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

Zur Zeit sind Publikationen zum Thema Japan nach „Fukushima“ in Vorbereitung. Bedingt durch diese Publikationstätigkeiten werden in der kommenden Zeit die Entwicklungen in Japan in größeren Abständen kommentiert. Nach wie vor sollen jedoch Hinweise auf japanische / westliche Publikationen und Veranstaltungen zum Thema „Japan nach Fukushima“ bekannt gegeben werden.


Aktuelles

In der Zone ist es "normal": Rückkehr nach Iitate Ende März 2017

"Tepco und die japanische Regierung wollen im Sommer entscheiden, wie die 2011 nach einem Erdbeben und einem Tsunami havarierten drei Reaktoren demontiert werden können. Der Abbau der Reaktoren soll im Sommer 2021 beginnen und könnte Jahrzehnte dauern. Schon jetzt treibt die japanische Regierung die Rückkehr zur Normalität voran. So soll die Evakuierung des nahe gelegenen Dorfes Iitate zum 31. März 2017 aufgehoben werden, damit die Bewohner zurückkehren. Ein Jahr später, so heißt es aus Regierungskreisen, werden die Kompensationszahlungen für die betroffenen Bürger eingestellt." (br, März 2017)

Link: http://www.br.de/radio/bayern2/gesellschaft/notizbuch/fukushima-strahlung-100.html


Watanabe Hisako über die psychische Belastung von Kindern aus der Region Fukushima

“Die größte Herausforderung ist die Angst vor sozialer Unterdrückung sowie die Suche nach den wahren Folgen für die Gesundheit. Die japanische Nation als Ganzes empfindet eine so tiefe Scham in Bezug auf die Katastrophe im AKW, dass sie diese vergessen möchte und so tun möchte, als sei sie vorbei. Aber sie ist überhaupt nicht vorbei. Sechs Jahre danach wissen wir noch immer nicht, was in den Reaktoren passierte. Wir haben nicht ein einziges Werkzeug entwickelt, das der destruktiven Kraft der Strahlung standhält. Und die medizinische Gemeinschaft wird still dazu gezwungen, mit der Regierung in Tokio zu konspirieren, damit diese weiter auf die Atomkraft setzen kann.“

Interview mit der Psychiaterin Watanabe Hisako, Sonja Blascke, Ärzte Zeitung Online, 10.März 2017

Link: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gesundheitspolitik_international/article/931249/fukushima-psychische-gesundheit-groesste-baustelle.html


'Inside Fukushima' - Buchpremiere in Hamburg

Pünktlich zum sechsten Jahrestag der Dreifachkatastrophe am 11. März findet die Buchpremiere des Buches Inside Fukushima - Eine Reportage aus dem Inneren der Katastrophe statt.

Gelesen werden Teile des Buches von der Schauspielerin Anna Thalbach im Rahmen des Lesefestivals Lesen ohne Atomstrom. In der anschließenden Diskussion werden der bekannte Enthüllungsjournalist Günther Wallraff, der Autor des Buches Tomohiko Suzuki, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz Dr. Sebastian Pflugbeil und die Mitbegründerin von Greenpeace Deutschland Monika Griefahn gemeinsam diskutieren.

Das gesamte Event kann live mitverfolgt werden. Der Livestream startet am 11. März um 19:15 Uhr und befindet sich hier.


'Weiterleben' - eine Radioreportage des ORF

Die Japanologin und Journalistin Judith Brandner hat auch in diesem Jahr wieder eine mehrteilige Beitragsreihe zum Jahrestag der Dreifachkatastrophe zusammengestellt.

Die vier Beiträge des ORF können hier nachgehört werden.


Roboter mühen sich im Inneren der Meiler des AKW Fukushima I

„Der jetzt eingebrachte Roboter sollte mit dem Hochdruckreiniger die sieben Meter lange und 0,6 Meter breite Schiene bis zur Mitte des Sicherheitsbehälters von dem geschmolzenem Material und anderen Hindernissen reinigen. Zu dem Zweck war ein Loch in den Sicherheitsbehälter 2 Meter vom Ausgang gebohrt worden, um ihn dort einzuführen. Allerdings konnte er den Weg in zwei Stunden nur auf einer Strecke von einem Meter säubern, dann waren die Schuttteile zu groß und schließlich erlosch die Kamera wegen der hohen Strahlung. Die Operation musste abgebrochen und der erblindete Roboter wieder herausgeholt werden. Aufgrund der Bilder stellte man dann fest, dass die Strahlung 650 Sievert betragen haben müsste. Das stimme auch damit überein, dass die Kamera eine Dosis von 1000 Sievert die Stunde aushalten kann.

Der Erkundungsroboter Sasori soll nun Ende Februar in den Sicherheitsbehälter eingebracht werden. Tepco erklärt, man werde zuvor anhand der gemachten Aufnahmen feststellen, wie weit Sasori überhaupt wegen der Ablagerungen und der Trümmer vordringen kann, und den besten Weg ausfindig machen. Damit er einen einigermaßen ausreichenden Überblick über das, was sich auf dem Boden des Sicherheitsbehälters, gewinnen kann, müsste er möglichst weit bis zur Mitte fahren. Offenbar reichen die vorhandenen Mittel auch sechs Jahre nach dem Unglück nicht aus, diese wichtige Erkundung jetzt vornehmen zu können. Sie erst würde wichtige Informationen über den möglichen Abbau des radioaktiven Materials liefern.

Tepco betont, dass die Strahlung im Reaktor nicht angestiegen sei, wie manche Medien berichtet hätten. Tatsächlich wurde sie erstmals überhaupt gemessen. Auch außerhalb des Reaktors sei keine erhöhte Strahlung gemessen worden, versichert Tepco. Man habe die notwendigen Sicherheitsmaßnehmen ergriffen, dass durch die in die Wand des Sicherheitsbehälters gebohrte Öffnung nichts nach außen dringen könne. Im Arbeitsbereich sorge Druckluft dafür, dass Luft nur von außen in den Behälter und nicht von innen nach außen gelangen könne. Überhaupt sei die Strahlenbelastung auf dem AKW-Gelände in den letzten Jahren "stark" gesunken, wodurch die Sicherheit für die Umwelt und die Arbeiter verbessert worden sei, letztere könnten nun ohne Schutzanzüge auf einem "viel größeren Bereich" arbeiten“. (Florian Rötzer, Telepolis, Februar 2017)

Links: https://www.heise.de/tp/features/Fukushima-Noch-hoehere-Strahlung-von-650-Sievert-in-Reaktor-2-3621986.html
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/bei-starker-strahlung-roboter-von-toshiba-soll-in-fukushima-aufraeumen-14907316.html
http://globalnews.ca/news/3286191/robots-to-play-key-role-in-dismantling-nuclear-reactors-at-fukushima/ (Reuters, 3. März 2017)
http://www.independent.co.uk/news/world/robots-fukushima-nuclear-disaster-dying-probe-clean-up-tepco-toshiba-reactor-nuclear-radiation-a7612396.html (Independent, 5. März 2017)
https://phys.org/news/2017-02-scorpion-robot-mission-fukushima-reactor.html


Besucher gesamt: 147.205