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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

PUBLIKATIONEN JAPANOLOGIE FRANKFURT (2021)

In Vorbereitung der Redaktion ist nun der Band von Christian Chappelow, der sich Wakamatsu Jōtarō (1935-2021), dem "Propheten" der atomaren Havarie von Fukushima, widmet. Seit Mitte der 1990er Jahre macht sich der Lyriker und Essayist, geprägt von den Eindrücken einer Reise nach Tschernobyl, Gedanken über die möglichen Folgen der Kernenergienutzung in seinem Land. Das Eintreten seiner literarischen Vorahnungen brachte dem über achtzigjährigen Wakamatsu nach 2011 eine – von ihm sicher so nicht gewünschte - große Bekanntheit und den späten Erfolg seines Werks. Die Publikation wird Anfang 2022 erscheinen.

Aktuelles

Rückblick „Kalter Krieg“

„Fukushima und die Revolutionen in der arabischen Welt sind tagesaktuelle Themen, die uns seit Wochen beschäftigen. Sie verweisen auf zwei zentrale Aspekte des Kalten Kriegs: Das dort begonnene „Atomzeitalter“ der militärischen und friedlichen Nutzung der Kernspaltung hält uns immer noch in Bann. Und die mit dem Ende des Konflikts 1989/90 einsetzende „Welt-Unordnung“ scheint größer denn je. Was war der Kalte Krieg? Die Beiträge der aktuellen Ausgabe erörtern diese Frage an zentralen Themen vom atomaren Wettrüsten über den Mauerbau und die Kubakrise bis hin zu Geheimdienstoperationen und der Krise der Sowjetunion. Der große Konflikt zwischen kommunistischer Weltanschauung einerseits und liberal-kapitalistischer andererseits wurde nicht „heiß“, weil das Atomwaffenpotenzial abschreckte. Die Supermächte teilten die Welt und hofierten zahlreiche Diktaturen, die jeweils ihr Lager unterstützten. Heute erleben wir die Folgen: Einen arglosen Umgang mit dem atomaren Erbe, dessen Gefahren wir unterschätzen, und einen Mangel an tragfähigen Konzepten und Perspektiven für die so genannte, immer näher an uns rückende Dritte Welt.“

Einführung zum Heft Praxis Geschichte 3/2011: „Kalter Krieg“

Link: https://www.hsozkult.de/journal/id/z6ann-104969


Fukushima Center for Desaster Mental Health

Seit seiner Gründung im Jahr 2012 widmet sich das FCDMH vor allem der Behandlung der von der sogenannten Dreifachkatastrophe betroffenen Bevölkerung in Tôhoku. Während die Klinik ärztlich-therapeutische Versorgung leistet (u.a. mit kurzfristigen Interventionen per Telefon), betreibt sie auch Studien über Folgen und Langzeitfolgen der mentalen Belastung in der Region, nicht zuletzt des Stresses, dem die Betreuer der Evakuierten ausgesetzt sind. Mit Beginn der Corona-Krise erwachsen dem Zentrum neue Aufgaben, wie Maeda Masaharu 前田眞治 vom Fukushima Center for Desaster Mental Health 国際医療福祉大学大学院教授, ausgebildet an der Kitasato Hochschule / Fachgebiete Rehabilitation, Hirnschlagtherapie, Rheumatologie (リハビリテーション専門医、脳卒中専門医、リウマチ科専門医), kommentiert.

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Link: https://cdn.who.int/media/docs/default-source/documents/radiation/radiation-webinardec2020-03-m.maeda.pdf
https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1010539516689695 (2017) =
Mental Health Consequences and Social Issues After the Fukushima Disaster (Maeda Masaharu 2017 et al.)
The Great East Japan Earthquake and subsequent nuclear power plant accident caused multidimensional and long-term effects on the mental health condition of people living in Fukushima. In this article, focusing on the influence of the nuclear disaster, we present an overview of studies regarding the psychosocial consequences of people in Fukushima. Studies revealed that the experiences of the explosions at the plant as well as the tsunami are deeply embedded in their memory, leading to posttraumatic responses. Chronic physical diseases, worries about livelihood, lost jobs, lost social ties, and concerns about compensation were also associated with posttraumatic responses. Furthermore, the radioactive fallout brought chronic anxiety regarding physical risks of radiation exposure to people, especially young mothers. People often have different opinions about the radiation risk and their own future plans, resulting in a reduction in the resilience that communities and families had before the disaster. In addition, such weakened community resilience may produce a significant increase in disaster-related suicide in Fukushima. Specific social issues, such as “radiation stigma” among the public and self-stigma among evacuees, that are never seen with other natural disasters also increased in Fukushima.
https://www.dw.com/de/mehr-selbstmorde-in-japan-durch-pandemie/a-55241727 (2020) =
Der Anstieg der Selbstmorde fällt in Japan besonders auf, da die Pandemie bisher relativ wenige Opfer gefordert hat. Rund 1600 COVID-19-Toten stehen aktuell mehr als 13.000 Tote durch Selbstmord gegenüber. Besonders laut schrillen die Alarmglocken wegen der Zunahme von Selbstmörderinnen. Im August stieg ihre Zahl um 40 Prozent zum Vorjahr auf 651, wobei ein Schwerpunkt auf Frauen zwischen 20 und 40 lag. Der Gesundheitsexperte Masaharu Maeda von der Universität Fukushima sieht hier ökonomische Gründe am Werk: Der Abschwung durch die Pandemie betreffe Frauen stärker, da sie weitaus häufiger befristet und in Teilzeit arbeiteten, und ihre Stellen am schnellsten gestrichen würden, meint Maeda.


Zehn Jahre nach 3.11 - Eine Liste von Publikationen | DIJ

3.11から10年
Zehn Jahre nach dem 11. März

No. Titel Autor Verlag Jahr Signatur
1 Fukushima. Vom Erdbeben zur atomaren Katastrophe Coulmas, Florian / Stalpers, Judith Beck 2011 B 10857
2 再起 宮嶋茂樹著 KKベストセラーズ 2011 C 4212
3 Japan eine Bilderreise. Bildband zur Unterstützung des Opfer des
Erdbebens und Tsunamis am 13. März 2011
Witzke, Alexander
Beta 2011 PH 618
4 Japan. 歴史・憲法・立法, 省庁・政党・選挙, 司法・団体・宗教,
経済・外交・震災. Geschichite, Verfassung, Gesetzgebung, Ministerien,
Partaien, Wahlen, Rechtsprechung, (Lobby-)Gruppen, Religion, Wirtschaft,
Außenpolitik, Erdbeben
Klein, Axel / Winkler, Chris Wochenschau 2012 B 10855
5 Natural disaster and nuclear crisis in Japan. Response and recovery after
Japan's 3/11
Kingston, Jeff (Hg.) Routledge 2012 PH 327
6 March was made of yarn. Reflections on the Japanese earthquake,
tsunami, and nuclear meltdown
Luke, Elmer (Hg.) / Karashima, David (Hg.) Vintage Books 2012 PH 362
7 Japan nach "Fukushima". Ein System in der Krise Richter, Steffi (Hg.) / Gebhardt, Lisette (Hg.) Leipziger
Universitätsverlag
2012 PH 416 (.....)

Link: https://www.dijtokyo.org/wp-content/uploads/2021/03/書籍共同展示「3.11から10年」論文図書リスト.pdf


Fred Pearces "Fallout" (2020) - Eine Reportage zum Atomzeitalter

Aus dem Klappentext: "Gekündigte Atomabkommen, drohendes Wettrüsten, marode Kernkraftwerke … der Geist der Radioaktivität schwebt weiter über uns. Aber was genau wissen wir über die Folgen von Verstrahlung und die Gefahren, die von stillgelegten Meilern ausgehen? Wie leben die Menschen in und um die Sperrzonen? Und wohin mit dem ganzen Atommüll? Eine Reportagereise durch das nukleare Zeitalter. Hiroshima, Bikini Atoll, Sellafield, Tschernobyl, Fukushima, Gorleben - Namen, die nicht mehr nur Orte bezeichnen, sondern Katastrophen und immense materielle wie immaterielle Kosten. Sie erinnern an das Zusammentreffen von menschlicher Genialität, Machtmissbrauch und schlimmstem Versagen. Dabei hat ein jeder dieser Orte seine eigene ernüchternde Geschichte zu erzählen. Zusammen ergeben sie die Chronik des nuklearen Zeitalters. In seiner Reportage untersucht Fred Pearce die größten atomaren Desaster der letzten 70 Jahre und bereist die ikonisch gewordenen Orte." (Perlentaucher, August 2020)

Fallout. Das Atomzeitalter - Katastrophen, Lügen und was bleibt
Antje Kunstmann Verlag, München 2020
ISBN 9783956143595
Gebunden, 350 Seiten, 25,00 EUR

 Link: https://www.perlentaucher.de/buch/fred-pearce/fallout.html


Pläne zur Einleitung radioaktiv belasteten Wassers bis 2023

Auf dem Forum FUKUSHIMA.NEWS berichtet der Artikel "UN experts review Fukushima water release plans as farmers’ concerns grows over radioactive crops" vom 16. November 2021 über die Problematik der von der japanischen Regierung bis 2023 geplanten Entsorgung des verseuchten Wassers ins Meer:

"There are currently around a thousand tanks standing 12 meters tall on the site that each contain enough radioactive water to fill up 500 Olympic-sized pools. TEPCO, which has already paid out $105 billion in damages related to the crisis, has said that it will compensate for damages stemming from the release of the water: The plan has been vehemently opposed by farmers, fishermen, area residents and nearby countries such as South Korea and China.

Japan asked the IAEA for assistance to ensure that the plant discharge is meeting international safety standards, and they are also hoping to improve the international community’s response to the plans. The team of experts will be visiting the Fukushima Daiichi plant, and a larger mission from the IAEA is expected to arrive in Japan next month.

Last week, Koichi Hagiuda, Japan’s Economy And Industry Minister, announced that the country will be transparent in reporting the results of the IAEA’s reviews to the international community. Meanwhile, fish samples taken from the Fukushima coast are being tested as part of a routine review by a different IAEA task force on water testing; an expert from South Korea was part of the team."

Link: https://fukushima.news/2021-11-16-experts-review-fukushima-water-release-plans.html

Zu Hagiuda Kōichi  萩生田 光一 siehe auch:
https://www.japantimes.co.jp/news/2021/10/11/national/fukushima-plant-decommissioning/ = "The mayors also warned Tokyo Electric Power Company Holdings Inc. (Tepco), the operator of the plant, against sloppy management of radioactive waste at the power facility. / “The state, instead of Tepco, will lead the decommissioning of (Fukushima No. 1) reactors,” Hagiuda told reporters after the meetings. / Japan is planning to begin discharging treated water into the sea from around the spring of 2023." (Japan Times, 11. Oktober 2021)
https://ja.wikipedia.org/wiki/ 萩生田 光一


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