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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

 Nolympics

Der Band "NOlympics: Tōkyō 2020 in der Kritik“, herausgegeben von Steffi Richter, Andreas Singler und Dorothea Mladenova geht nun in den Druck und liegt in absehbarer Zeit vor. Aus der Einleitung: „Der Band ‚NOlympics: Tōkyō 2020 in der Kritik‘ bietet gemeinsam mit wissenschaftlichen Fundierungen der diversen Olympia-Kritiken durch ein internationales Autor*innen-Team auch jenen Stimmen eine Plattform, die in Japan in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Aktionen gegen die Ausrichtung des Mega-Events opponiert haben. Ihre Ablehnung der Spiele betrifft nicht nur Tōkyō 2020, sondern wendet sich gegen die Institution der Olympischen Spiele in Zeiten des „Feier-Kapitalismus“ (Jules Boykoff). Widerstand richtet sich somit gegen Spiele, die im Verdacht stehen, in den Ausrichterländern soziale Kälte bis hin zur Exklusion zu befördern, wachsenden Nationalismus zu generieren und demokratische Werte zu unterminieren“.

Link zu den Seiten des Leipziger Universitätsverlags: www.univerlag-leipzig.de


Aktuelles

Retrospektive März 2020: Meinungsfreiheit in Japan und der Fall Aoki Miki 青木美希

Aus gegebenem Anlaß soll hier noch einmal auf den Fall der Journalistin Aoki Miki verwiesen werden, der mitgeteilt wurde, sie müsse ihre Tätigkeit als Berichterstatterin zum Thema „Fukushima“ beenden.

Zitat: Auf Facebook informierte sie am 13. März 2020 darüber, dass sie sehr kurzfristig von ihrem Arbeitgeber, der Zeitung Asahi Shimbun, erfahren habe, dass sie ab April in einer der Öffentlichkeitsarbeit zugehörigen Abteilung eingesetzt werde solle und künftig keine Artikel mehr für die Asahi Shimbun verfassen dürfe. Da die Asahi Shimbun zu den Gold Partnern von Tokyo 2020 gehört, liegt nun für viele der Verdacht nahe, dass damit vor den letztlich verschobenen, gleichwohl immer noch euphemistisch so genannten "Wiederaufbau-Spielen" kritische Berichterstattung zum Thema Fukushima unterdrückt werden soll.“ (Andreas Singler 2020)

https://www.andreas-singler.de/2020/03/16/bitte-erweisen-sie-frau-aoki-den-respekt-den-sie-verdient-offener-brief-an-den-pr%C3%A4sidenten-des-verlags-asahi-shimbun-watanabe-masataka/

Zum Ausschnitt aus Aoki Mikis Buch Chizu kara kesareta machi – 3.11 go no itte wa ikenai shinjitsu.

Kodansha 2018 / “Streets Erased from the Map: Post-3.11, the Prohibited Truth”;

Link: https://jfissures.wordpress.com/2018/11/18/excerpts-from-asahi-journalist-aoki-mikis-streets-erased-from-the-map-post-3-11-the-prohibited-truth/


„IOC und Japan verlegen Tokio-Spiele auf 2021“

„Tokio - Die Sportwelt atmet auf und feiert die Verschiebung der Olympische Spiele in Tokio auf 2021 als Sieg der Vernunft. Nach einem für viele zu langen Festhalten am geplanten Austragungstermin haben sich die Olympia-Macher dem Druck in der Corona-Krise gebeugt.“ (lz, 24. März 2020)

Links: https://www.lz.de/ueberregional/topthemen/22733057_IOC-und-Japan-verlegen-Tokio-Spiele-auf-2021.html

https://www.n-tv.de/regionales/nordrhein-westfalen/Weiss-begruesst-Olympia-Verlegung-EM-in-Koeln-tangiert-article21665573.html


AKW Sicherheit und die Strahlenbelastungslage in Fukushima

Auf seiner Seite kommentiert Andreas Singler in zwei neueren Beiträgen, auf die hier aufmerksam gemacht werden soll, Entwicklungen im März 2020:

Japans Atomkraftwerken droht die Abschaltung (22. März)

Keiner der nach dem Atomunfall von Fukushima wieder angefahrenen Meiler erfüllt laut Atomkontrollkommission momentan die erforderlichen aktuellen Sicherheitsbestimmungen (…)

https://www.andreas-singler.de/2020/03/22/japans-atomkraftwerken-droht-die-abschaltung/

"Bundesamt für Strahlenschutz beschönigt Situation in Fukushima" (11. März)

Kommentar zum Beitrag des Bundesamtes für Strahlenschutz vom 9. März 2020: „Fukushima-Jahrestag im Zeichen der olympischen Ringe: Aufenthalt stellt kein Risiko dar“

Link: https://www.andreas-singler.de/2020/03/11/bundesamt-für-strahlenschutz-beschönigt-situation-in-fukushima/


Kanada sagt Teilnahme an Olympia 2020 in Japan ab

Es ist nicht ganz ohne Ironie, dass sich Bedenken im Hinblick auf die Olympiateilnahme nie im Zusammenhang mit „Fukushima“ und den Folgen der Reaktorhavarie für die zum Teil noch verstrahlte Region in Nordostjapan eingestellt haben, sondern dass „Corona“ nun ausschlaggebend für Absagen und Forderungen nach Verschiebung der Spiele ist.

Die Presse teilt heute mit:

Die Coronavirus-Epidemie und die Olympischen Spiele? Für Kanada ist beides unvereinbar. Das Land beschließt, keine Sportler nach Tokio zu entsenden. Es sei denn, das Internationale Olympische Komitee verschiebe das Großereignis. Australien hat ähnliche Pläne und auch in Deutschland gibt es diese Tendenz. Kanada und Australien verzichten wegen der Coronavirus-Pandemie auf eine Entsendung von Sportlern zu den Olympischen Spielen in diesem Sommer. Kanada will nur bei einer Verschiebung teilnehmen. Eine entsprechende Entscheidung kommunizierte das Kanadische Olympische Komitee (COC).“

„Die Spiele in Tokio sind für den 24. Juli bis 9. August 2020 terminiert. Das IOC hatte nach massivem Druck aus aller Welt zuvor eine Entscheidung über eine mögliche Verschiebung binnen vier Wochen in Aussicht gestellt. Auch der japanische Premierminister Shinzo Abe zog erstmals öffentlich eine Verschiebung der Olympischen Sommerspiele wegen der Coronakrise in Betracht. Vor dem Parlament in Tokio sagte er, dass damit gerechnet werden müsse. Von einer Absage könne aber keine Rede sein.“
(ntv 23. März 2020)

Links: https://www.n-tv.de/sport/Kanada-und-Australien-sagen-fuer-Olympia-ab-article21661395.html
https://olympics.nbcsports.com/2020/03/22/canada-2020-olympics-tokyo-coronavirus/
https://www.olympic.org/athlete365/voice/22-march-letter-president-thomas-bach-athletes/
https://www.japantimes.co.jp/sports/2020/03/23/olympics/team-canada-wont-send-athletes-to-tokyo-coronavirus/#.Xnh-hXIxloY
https://www.japantimes.co.jp/news/2020/03/23/national/shinzo-abe-japan-postponing-tokyo-olympics-is-an-option/#.Xnh-m3IxloY


DIJ Publikationen Olympia 2020

Working Paper "Wie Phönix aus der Asche - oder Japans Wunsch der Neuerfindung durch die Olympischen Spiele"
"Das Jahr 2020 wird in Japan seit Jahren sowohl als Ziel und Neuanfang gehandelt, wenn die Welt zumindest für knapp 30 Tage auf das Land und ganz besonders Tokyo schaut. Stellvertretend für das ganze Land erhofft sich Tokyo, als Hauptstadt von „Cool Japan“ und als Veranstalter der technologisch versiertesten Olympischen Spiele wahrgenommen zu werden. Auch will sich Japan als Land präsentieren, das seine fast 30 Jahre währenden wirtschaftlichen Auswirkungen der demographischen Entwicklung überwunden und sich wieder an die Spitze der Welt katapultiert hat. In diesem Beitrag geht es um diese besonderen Anstrengungen zur Wiedererfindung des Landes und wie die Olympischen Spiele dazu instrumentalisiert werden. Japan will mittels der Olympischen Spiele in eine bessere Zukunft schauen, mit einer Gesellschaft, die einen stärkeren Zusammenhalt aufweist, die diverser geworden ist und Inklusion nachhaltig lebt. Die Spiele sollen einen Neuanfang bedeuten, mit dem man zahlreiche politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme hinter sich lassen kann."
 
Monographie "Japan Through The Lens of the Tokyo Olympics
(Hrsg. Holthus/Gagné/Manzenreiter/Waldenberger)
"The collection aims at the same time at the academic community (in Asian studies, social sciences, and sport studies), as well as at a broad, general readership, who are potential visitors to Japan in the lead up or during the Olympic games, and who look for an easy to read, yet intellectually stimulating account of numerous things surrounding the Olympic games that they could not read anywhere else than in this accumulation of articles.
The book will however also have a lasting impact and will not become obsolete after the Olympic games in Tokyo have wrapped up. The readers will receive many interesting aspects about the construction of the mega event, but also learn from the way the games were implemented, marketed, the reactions and response by the rest of the country, and how all this is historically embedded. Therefore the book provides a window onto Japan as a whole, not just the mega event itself. In addition, the book will also be of interest to students and colleagues within the diverse disciplines focusing on Japan, and can also serve as an alternative entry-level textbook to studying and teaching undergraduate students on Japan in sociology, anthropology, political science, and Japanese studies broadly.
The book will be available in paperback and open access by May 2020."

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