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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

Die Seiten der Textinitiative Fukushima werden derzeit von der Japanologie der Goethe-Universität betrieben. Gegenwärtiges Anliegen von TIF ist die zeitgeschichtliche Dokumentation. Das Forum dient nun in erster Linie als Archiv für Informationen zu 3/11 sowie allgemein zur Geschichte des Atomaren. Die Suchfunktion ermöglicht Recherchen zu Stichworten, Inhalten und Akteuren.

Aktuelles

Stellenausschreibung: Professur für Technik- und Umweltgeschichte (Bochum)

1 Universitätsprofessur (w/m/d) (W2) für Technik- und Umweltgeschichte / 1 Professorship (f/m/d) (W2 on the German Salary Scale) for the History of Technology and the Environment
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Ruhr-Universität Bochum (Fakultät für Geschichtswissenschaften), 44801 Bochum (Deutschland)
01.10.2022
Bewerbungsschluss: 16.01.2022

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) ist eine der führenden Forschungsuniversitäten in Deutschland. Als reformorientierte Campusuniversität vereint sie in einzigartiger Weise die gesamte Spannbreite der großen Wissenschaftsbereiche. Das dynamische Miteinander von Fächern und Fächerkulturen bietet den Forschenden wie den Studierenden gleichermaßen besondere Chancen zur interdisziplinären Zusammenarbeit.

Die/der zukünftige Stelleninhaber:in soll das Forschungsgebiet in ganzer Breite und internationaler Sichtbarkeit unter Einbezug kulturwissenschaftlicher und wissensgeschichtlicher Fragestellungen vertreten.

Die Professur soll inhaltliche Expertise zu Fragen der Ressourcengewinnung und -verwendung (Technik, Technik- und Wissensressourcen, Auswirkungen technologischer Prozesse auf die Umwelt etc.) in historischer Perspektive beisteuern. Durch den Einbezug von Fragen zu Arbeitstechniken, Wissen über Arbeitsvorgänge, -methoden und gesellschaftliche Auswirkungen soll sie die Fakultätsschwerpunkte „Work Matters“ und „Resources“ unterstützen und verzahnen. In der Vernetzung mit anderen Disziplinen soll sie eine Scharnierfunktion insbesondere zu technik- und naturwissenschaftlich ausgerichteten Fächern einnehmen. Zudem soll sie dazu beitragen, die geschichtswissenschaftliche Perspektive in die aktuellen Debatten einer zunehmend digitalisierten und globalisierten Arbeitswelt einzubringen. (...)

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Anschreiben, wissenschaftlicher Werdegang, Publikationsliste, Zeugnisse/Urkunden, Lehrveranstaltungsverzeichnis), dem Bewerbungsbogen der RUB (herunterzuladen unter http://www.gw.ruhr-uni-bochum.de/aktuelles/stellen.html.de) sowie einem Konzept zu Forschung und Lehre werden bis zum 16. Januar 2022 ausschließlich per E-Mail in einer pdf-Datei erbeten an den Dekan der Fakultät für Geschichtswissenschaften der Ruhr-Universität Bochum, dekan-gw@rub.de.


Roboter auf Rettungsmission - Ein Bericht vom Robotereinsatz in Fukushima

Ein Dialog zwischen Lake Barrett und Lesley Stahl:

("Lake Barrett is a nuclear engineer and former Department of Energy official who oversaw the cleanup of the worst nuclear accident in U.S. history, Three Mile Island. He was hired as a senior adviser by TEPCO, the Tokyo Electric Power Company that owns the plant and is in charge of the effort to find the missing fuel. He's also advising on the development of new robots like this six-legged spider robot that engineers are designing to hang from scaffolding and climb onto equipment.")

Lake Barrett: (...) The Little Sunfish swam thru this portal, down into this area, it went around the side. It went down through this grating, which was gone. We are standing directly underneath the reactor vessel. Molten fuel came through here and it jetted out under very high pressure. And then it came out slowly like a lava in a volcano, and it fell down and burned its way through this grating down to the floor.

This is what Little Sunfish saw as technicians guided it through the pipes and hatchways of the flooded interior. It beamed back images revealing clumps of debris, fuel rods, half-destroyed equipment and murky glimpses of what looks like solidified lava -- the first signs, TEPCO officials say, of the missing fuel. 

Lake Barrett: These robotic steps so far have been significant steps. But it is only a small step on a very, very long journey."

Link: https://www.cbsnews.com/news/robots-fukushima-daiichi-nuclear-disaster-60-minutes-2021-07-11/ (CBS, 11. Juli 2021)


Der frühere Premierminister Abe agiert aus dem Hintergrund: Amari Akira wird LDP-Generalsekretär

Fumio Kishida, aktueller LDP-Vorsitzender und Premierminister Japans, hatte während seiner Kandidatur eine Abkehr vom seit zwei Dekaden gefahrenen neoliberalen Kurs und einen "neuen Kapitalismus" angekündigt. Sein innerparteilicher Konkurrent Kōno Tarō 河野太郎 (*1963) votierte für den Ausstieg aus der Atomenergie, was u.a. Abe dazu bewog, Kishida zu unterstützen. Damit konnte Abe weiter indirekt seine Interessen durchsetzen, was - mit der Installation des Amari Akira 甘利明 (*1949) - auch einen pro-atomaren Kurs bedeutete:

"Der Shinzo Abe nahestehende Akira Amari, ein lautstarker Befürworter der Atomkraft und früherer Wirtschaftsminister, der aufgrund von Korruptionsvorwürfen 2016 hatte zurücktreten müssen, erhielt den einflussreichen Posten des LDP-Generalsekretärs."

(Sven Saaler, IPG Newsletter, 29.10. 2021)

Link: https://www.ipg-journal.de/regionen/asien/artikel/der-strippenzieher-5518/


Rolls-Royce baut bis 2030 Mini-Atomkraftwerke in Großbritannien

"Es ist in den Augen des britischen Energieministers, Kwasi Kwateng "eine einmalige Gelegenheit, mehr kohlenstoffarme Energie als je zuvor einzusetzen und eine größere Energieunabhängigkeit zu gewährleisten." Eine Anlage soll so viel Platz wie 2 Fußballfelder benötigen und eine Million Haushalte versorgen können. Die Herstellung von kleinen modularen Reaktoren sei kostensparender und schneller möglich. 

Das ist wahrscheinlich auf den Plan zurückzuführen, wonach bereits existierende Technik für nukleare Stromerzeugen mit einem neuen Modulfertigungs- und Montagesystem für die AKW-Baustellen kombiniert werden soll. 80 Prozent der Komponenten würden von britischen Produzenten beigesteuert werden, heißt es in der Mitteilung. Die Inbetriebnahme der ersten SMRs von Rolls-Royce in Großbritannien soll Anfang der 2030er-Jahre erfolgen."    (futurezone, 10. November 2021)

Link: https://futurezone.at/science/rolls-royce-baut-mini-atomkraftwerke/401800873


Fukushima Center for Desaster Mental Health

Seit seiner Gründung im Jahr 2012 widmet sich das FCDMH vor allem der Behandlung der von der sogenannten Dreifachkatastrophe betroffenen Bevölkerung in Tôhoku. Während die Klinik ärztlich-therapeutische Versorgung leistet (u.a. mit kurzfristigen Interventionen per Telefon), betreibt sie auch Studien über Folgen und Langzeitfolgen der mentalen Belastung in der Region, nicht zuletzt des Stresses, dem die Betreuer der Evakuierten ausgesetzt sind. Mit Beginn der Corona-Krise erwachsen dem Zentrum neue Aufgaben, wie Maeda Masaharu 前田眞治 vom Fukushima Center for Desaster Mental Health 国際医療福祉大学大学院教授, ausgebildet an der Kitasato Hochschule / Fachgebiete Rehabilitation, Hirnschlagtherapie, Rheumatologie (リハビリテーション専門医、脳卒中専門医、リウマチ科専門医), kommentiert.

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Link: https://cdn.who.int/media/docs/default-source/documents/radiation/radiation-webinardec2020-03-m.maeda.pdf
https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1010539516689695 (2017) =
Mental Health Consequences and Social Issues After the Fukushima Disaster (Maeda Masaharu 2017 et al.)
The Great East Japan Earthquake and subsequent nuclear power plant accident caused multidimensional and long-term effects on the mental health condition of people living in Fukushima. In this article, focusing on the influence of the nuclear disaster, we present an overview of studies regarding the psychosocial consequences of people in Fukushima. Studies revealed that the experiences of the explosions at the plant as well as the tsunami are deeply embedded in their memory, leading to posttraumatic responses. Chronic physical diseases, worries about livelihood, lost jobs, lost social ties, and concerns about compensation were also associated with posttraumatic responses. Furthermore, the radioactive fallout brought chronic anxiety regarding physical risks of radiation exposure to people, especially young mothers. People often have different opinions about the radiation risk and their own future plans, resulting in a reduction in the resilience that communities and families had before the disaster. In addition, such weakened community resilience may produce a significant increase in disaster-related suicide in Fukushima. Specific social issues, such as “radiation stigma” among the public and self-stigma among evacuees, that are never seen with other natural disasters also increased in Fukushima.
https://www.dw.com/de/mehr-selbstmorde-in-japan-durch-pandemie/a-55241727 (2020) =
Der Anstieg der Selbstmorde fällt in Japan besonders auf, da die Pandemie bisher relativ wenige Opfer gefordert hat. Rund 1600 COVID-19-Toten stehen aktuell mehr als 13.000 Tote durch Selbstmord gegenüber. Besonders laut schrillen die Alarmglocken wegen der Zunahme von Selbstmörderinnen. Im August stieg ihre Zahl um 40 Prozent zum Vorjahr auf 651, wobei ein Schwerpunkt auf Frauen zwischen 20 und 40 lag. Der Gesundheitsexperte Masaharu Maeda von der Universität Fukushima sieht hier ökonomische Gründe am Werk: Der Abschwung durch die Pandemie betreffe Frauen stärker, da sie weitaus häufiger befristet und in Teilzeit arbeiteten, und ihre Stellen am schnellsten gestrichen würden, meint Maeda.


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